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Aufgabe der Menschen: Christus und seine Liebe weitergeben

Die Zelebranten aus Tschechien, Deutschland und der Slowakei am Altar der Pilsner Kathedrale

In deutscher, tschechischer und lateinischer Sprache feierten die gut 500 Teilnehmer und Teilnehmerinnen des 31. Bundestreffens der Ackermann-Gemeinde, das erstmals mit dem Veranstaltungsort Pilsen in Tschechien stattfindet, den Pontifikalgottesdienst am Sonntag. Der Pilsener Bischof Frantisek Radkovsky betonte als Hauptzelebrant in seiner Predigt, dass Christus in jeder Gemeinschaft anwesend sei und es Aufgabe der Menschen sei, Christus und dessen Liebe weiter zu geben. Die Bedeutung der Zukunftsgestaltung auf der Basis christlicher Werte betonte auch der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, dessen Grußwort Weihbischof Reinhard Pappenberger vortrug.

Zwölf Priester aus Tschechien und Deutschland zelebriertren mit Bischof Radkovsky (Pilsen), Weihbischof Pappenberger (Regensburg), Bischof Josef Tondra (Zips), Abt Gregor Zippel (Benediktinerabtei Braunau in Rohr) und Generalvikar Dr. Robert Falkenauer (Pilsen) die Messe. Für die musikalische Umrahmung sorgten der Chor und das Orchester des Rohrer Sommers unter der Leitung von Stephanie Kocher mit der Missa in C-Dur von Franz Xaver Richter und weiteren Chorsätzen. An der Orgel spielte Iva Slancova.

Gemäß dem Gottesdienstthema „Ein Leib, ein Geist“ ging Bischof Radkovsky in seiner Predigt auf den zentralen Satz des Tagesevangeliums „Ich bin das Brot des Lebens“ ein und nannte das biologische und das ewige Leben. Letzteres „kann man nur von Gott und seiner Liebe bekommen, wenn wir offen sind für seine Liebe“. Die Nahrung für das ewige Leben ist Christus. „Wir nehmen Christus an, damit uns das ewige Leben beschieden ist. Dies geschieht etwa in Form des Gebets, des inneren Dialogs. Die Verbindung, Orientierung zu Christus soll immer bleiben. Wir sollen uns nähren mit dem Wort Gottes“, forderte der Pilsener Bischof die Gläubigen zum möglichst täglichen oder wöchentlichen Gottesdienstbesuch mit Empfang des Leibes Christ auf, wozu auch eine Vorbereitung in Form von Reue und des Bußsakramentes gehört. Neben dieser personalen Dimension betonte Radkovsky die soziale Dimension anhand Christi Grundgebot der Nächstenliebe. Diese solle sich in einem gegenseitigen Geben und Annehmen ausdrücken. „Ohne diese Präsenz Christi verlöre die Kirche ihre Anziehungskraft, Frische und Schönheit. Bemühen wir uns, dass wir uns in der gegenseitigen Liebe verzehren, dann kann auch Christus in und unter uns wirken. Das ist unsere Mission, die Evangelisation und unsere Aufgabe“, appellierte er an die Gottesdienstbesucher.

Regensburgs Weihbischof Reinhard Pappenberger verlas am Ende des Gottesdienstes  das Grußwort von Diözesanbischof Gerhard Ludwig Müller. Dieser drückte darin seine Freude darüber aus, dass das diesjährige Bundestreffen der Ackermann-Gemeinde in der Partnerdiözese Pilsen stattfindet und sich „die engen nachbarschaftlichen Beziehungen in den vielen Jahren zu einer echten Freundschaft gewandelt haben.“ Der Regensburger Oberhirte dankte seinem Pilsener Mitbruder Bischof Radkovsky. Weiter betonte Bischof Müller die Wichtigkeit von Gesprächen und Diskussionen, das Ringen um ein friedliches Miteinander und die Ausgestaltung der nachbarschaftlichen Kooperation als Basis für ein zukunftsgewandtes Europa. Dieses könne „zu einer echten christlichen Humanisierung“ beitragen, in deren Zentrum Gott steht.

Text und Fotos: Markus Bauer/Susanne Beckmann